Beim Inkafest Coya Raymi sollte ein Ritual zu Ehren des Sonnengotts Inti die Loyalität der Provinzen des Inkareichs sichern und die Verehrung der Mondgöttin Killa eine gute Ernte ermöglichen - unter anderem erhielten die heiligen Gegenstände der Provinzen einen Ehrenplatz in der Hauptstadt Cusco.
Die Jahresfeste der InkasKurzbeschreibungInfos zur Überschrift: Die Jahresfeste der Inkas
Der Kalender der Inka wurde durch die zwei Sonnenwenden und die zwei Tagundnachtgleichen im Jahr unterteilt, da die Inka sehr auf den Rhythmus der Natur und der Landwirtschaft geachtet haben. Es wurden daher im Jahreszyklus vier große Feste gefeiert: Zur Tagundnachtgleiche im Frühjahr Pawkar Raymi (Das Blütenfest), zur Wintersonnenwende Inti Raymi (Das Fest der Sonne), zur Tagundnachtgleiche im Herbst Coya Raymi (Das Fest der Königinnen) und zur Sommersonnenwende Capac Raymi (Das Große Fest).
Coya RaymiKurzbeschreibungInfos zur Überschrift: Coya Raymi
Das Fest Coya Raymi ist vermutlich älter als die Kultur der Inka – sie dürften es von den Quitu-Cara übernommen haben, als sie diesen indigenen Stamm eroberten.
CuscoBeschreibung vnd Contrafactur der vornembster Stät der Welt
Georg Braun/Frans Hogenbert
Beim Coya Raymi spielte die Frau des Inka-Herrschers eine große Rolle und es wurde eine rituelle Reinigung (Situa) des gesamten Inkareichs durchgeführt. Zu Beginn der Feierlichkeiten brachten die Curacas (die Herrscher der Provinzen des Inkareichs) und die Priester alle Huacas (heiligen Gegenstände) ihrer Region zur Hauptstadt des Inkareichs Cusco, wobei sie die Stadt noch nicht betreten durften. Alle Fremden und Kranken mussten Cusco verlassen und während ihrer Abwesenheit wurde Cusco rituell gereinigt, indem die Krankheiten symbolisch von vier Gruppen von jeweils 100 Kriegern aus der Stadt getragen wurden. Vom Stadtplatz Huaycapata aus verließen die vier Gruppen die Stadt in die vier Himmelsrichtungen des Inkareichs Tahuantinsuyu. Die Gruppen sangen und trugen dabei Fackeln, die sie an Nicht-Inkas übergaben, die die Fackeln zu Flüssen trugen, in denen sie badeten und die Fackeln dabei ablegten. In diese Flüsse wurden von den Frauen der Curacas Blumen und Kräuter gestreut, die den Badenden spirituelle Reinigung und Harmonie vermitteln sollten. Auf diese Art wurde alles Übel und Unglück aus dem Land über die Flüsse in den Ozean übertragen.
Während des Fackellaufs feierten die Inkas auf dem Stadtplatz Huaycapata. Hierfür setzten sie sich in zwei Gruppen gegenüber, aufgeteilt danach, ob der jeweilige Bürger aus der oberen Stadthälfte von Cusco (Hanan Qusqu) oder der unteren (Hurin Qusqu) stammte. Alle Teilnehmer am Fest erhielten Sancu, einen Maisteig in den Blut von geopferten Lamas gemischt wurde. Während sie den Teig aßen, schworen sie ihre Treue zu den Göttern und zum Sapa Inka (zum Inka-Herrscher). Das Fest dauerte für vier Tage, während denen rituelle Speisen und Getränke gegessen wurden. Am Morgen des fünften Tages betraten die Curacas der Provinzen Cusco – sie trugen ihre rituellen Gewänder und wurden von ihren Priestern begleitet, die die Huacas ihrer jeweiligen Provinz mitbrachten. Sie gingen zum zentralen Stadtplatz und trafen dort auf den Sapa Inka mit seinem Gefolge aus den wiedervereinigten Bewohnern von Hanan und Hurin. Die Curacas nahmen ihren Platz auf dem Stadtplatz ein – dieser Platz war danach gewählt, in welchem der vier Landesteile (Suyus) der Inkareichs die Provinz lag: die Nordregion des Reichs hieß Chinchan Suyu, die Westregion Kunti Suyu, die Ostregion Anti Suyu und die Südregion Qulla Suyu. Dann ehrten die Curacas den Sonnengott Inti und erhielten vom Sonnenpriester die Erlaubnis, am Festmahl teilzunehmen und so ihre Loyalität gegenüber dem Sapa Inka und dem Sonnengott zu beweisen.
Das Inkafest Coya RaymiMondgöttin Killa und
Sonnengott Inti
Es wurde weitere zwei Tage gefeiert, und dann baten die Curacas, den Sonnengott und den Sapa Inka um Erlaubnis, heimkehren zu dürfen. Diese Erlaubnis wurde unter der Bedingung erteilt, dass die Huacas der Provinzen für dieses Jahres in der Hauptstadt verblieben – die heiligen Gegenstände aus dem vorigen Jahr durften dagegen wieder zurück nach Hause genommen werden. Die Curacas erhielten für ihre Teilnahme an der Feier und für ihre Loyalität Geschenke (Gold, Silber, Kleidung) und Privilegien. Für die Huacas, die in der Hauptstadt verblieben, wurden Felder ausgewählt, deren Ackerfrüchte in diesem Jahr als Opfer für die heiligen Gegenstände dienten. Diese Felder wurden von der Frau des Inka-Herrschers im Namen der Mondgöttin Killa geweiht – als Herrscherin symbolisierte sie die weiblichen Aspekte der Inkareligion wie Fruchtbarkeit und das Wunder, das aus Samen in der Erde im Laufe der Zeit neues Leben entsteht. Durch diese Weihe wurden die Felder darauf vorbereitet, dass der Samen in der kommenden Regenzeit in Pachamama (Mutter Erde) besonders gut aufgehen wird.
Am Ende der Feier wurde Sancu in die Provinzen zu den Curacas gesendet, die nicht an der Zeremonie teilnehmen konnten, um sich deren Loyalität zu sichern.
Quelle:
Compendium Mystica: https://url.avalonstreasury.de/com
Das Inkafest Coya Raymi: https://url.avalonstreasury.de/cr01
Avalon's Treasury: https://www.avalonstreasury.de
Lizenz CC BY-SA 4.0: https://url.avalonstreasury.de/c40
Kurzfassung: https://url.avalonstreasury.de/c40k

