Im Januar feiern die Tewa-Indianer aus New Mexico Okú-hyárê (den Schildkrötentanz) – der Tanz ist nach den verwendeten Rasseln benannt, die aus Schildkrötenpanzern gefertigt werden. Die Feier erinnert daran, wie der Schöpfergott Awonawilona Himmel und Erde erschuf, und soll den Winter austreiben.
Die Tewa-IndianerKurzbeschreibungHier erfahren Sie mehr über diesen Indianerstamm
Ein Ritualplatz der Tewa-IndianerFoto von Edward Sheriff Curtis (USA, 1868-1952)
Die Tewa-Indianer leben in der Nähe des Flusses Rio Grande im amerikanischen Bundesstaat New Mexico. Der Stamm ist in zwei religiöse Gruppen eingeteilt, die bei den Zeremonien die beiden Jahreszeiten Sommer und Winter repräsentieren. Jede Gruppe hat einen eigenen Anführer (Kazike) und besitzt einen eigenen unterirdischen Zeremonienraum (Kiva). Der Sommer-Kazike heißt Pányooke-sêndo (starker alter Mann des Sommers) und versammelt seine Mitglieder im Kürbis-Kiva (Pó-ţêê). Der Winter-Kazike wird Oyíke-sêndo (starker alter Mann des Eises) genannt und ihm gehört das Frost-Kiva (Oyêgi-ţêê).
Der Winter-Kazike ist außerdem der Kósa-sêndo (Anführer) der Kósa, die als heilige Narren das Publikum mit Scherzen unterhalten und die aufgrund der sexuellen Freizügigkeit, die sie im Stamm genießen, für Fruchtbarkeits- und Regenzauber zuständig sind. Die Kósa bemalen ihren Körper weiß und ziehen konzentrische schwarze Streifen rund um ihren Oberkörper und ihre Gliedmaßen, außerdem malen sie schwarze Kreis um ihre Augen und ihren Mund. Außer ihrer Bemalung und einem Lendentuch bleiben sie nackt und tragen nur einen Kopfschmuck mit Büffelhörnern.
Der Schildkrötentanz Okú-hyárêKurzbeschreibungInfos zur Überschrift: Der Schildkrötentanz Okú-hyárê
Der Schildkrötentanz Okú-hyárê der Tewa-IndianerDer Schöpfer Awonawilona verbindet Erde & Himmel
Der Tanz der Schildkröte feiert die Schöpfung der Welt und soll außerdem den Winter vertreiben und um Regen und ein fruchtbares neues Jahr bitten. Zwei Tage vor der Feier wählt der Stammeshäuptling Männer aus dem Winter- und aus dem Sommer-Kiva als Tänzer für das Ritual aus, das aus 4 Auftritten besteht – bis zum Fest trainieren diese die Gesänge und Tänze gemeinsam im Sommer-Kiva.
1. Auftritt:
Die Männer verlassen unter der Führung des Winter-Kazike das Sommer-Kiva und stellen sich auf der westlichen Seite des Ritualplatzes auf. Mit ihrem Tanz stellen sie dort da, wie einst der Schöpfer Awonawilona in ewiger Dunkelheit und Leere das Weltenmeer erschuf und selbst zur Sonne wurde. Die Hitze der Sonne verdichtete Teile des Wassers zu Awitelin Tsita – der warmen Erdmutter, die von den Mitgliedern des Sommer-Kivas dargestellt wird. Aus Schaum auf der Erdoberfläche entstand außerdem der kalte Himmelsvater Apoyan Tä’chu, den die Mitglieder des Winter-Kivas verkörpern. Die Erdmutter und der Himmelsvater vereinigten sich, wodurch die Erdmutter schwanger wurde und alle Kreaturen der Welt hervorbrachte. Nach ihrem Auftritt ziehen sich die Tänzer ins Sommer-Kiva zurück.
2. Auftritt:
Die Tänzer erscheinen erneut und tanzen auf der südlichen Seite des Ritualplatzes – zugleich kommen die Kósa (heiligen Narren) aus dem Winter-Kiva und tanzen auf der östlichen Seite des Platzes. Die Tänzer im Süden beginnen dann auf die östliche Seite des Ritualplatzes zu wechseln und zugleich stürmen die Kósa auf sie zu, vertreiben den Winter-Kazike in sein Kiva und treiben so den Winter aus.
In der Mitte des Ritualplatzes ziehen die Kósa jetzt einen Aschekreis und führen dort einen Regentanz auf, um ein fruchtbares neues Jahr zu erbitten – Mitglieder des Stammes, die sich der Gruppe der Kósa anschließen wollen, können den Kreis betreten und mittanzen.
Die Tänzer gehen zurück ins Sommer-Kiva und die Kósa bitten die Zuschauer aus dem Stamm um Brot als Opfergabe für Awitelin Tsita und Apoyan Tä’chu.
3. Auftritt:
Die Tänzer treten wieder auf und tanzen im Süden und im Norden des Ritualplatzes. Dabei bieten sie das eingesammelte Brot als Gabe für Mutter Erde und Vater Himmel dar. Dann ziehen sie sich wieder ins Sommer-Kiva zurück und die Kósa treten auf und unterhalten das Publikum.
4. Auftritt:
Die Tänzer kommen ein viertes Mal aus dem Sommer-Kiva, tanzen in allen vier Himmelsrichtungen als Danksagung an die vier Elemente während die Spaßmacher stillstehen. Dann ziehen sie sich ins Sommer-Kiva zurück, die Kósa zerstören den Aschekreis und gehen zurück in das Winter-Kiva.
Quelle:
Compendium Mystica: https://url.avalonstreasury.de/com
Der Schildkrötentanz Okú-hyárê: https://url.avalonstreasury.de/oh01
Avalon's Treasury: https://www.avalonstreasury.de
Lizenz CC BY-SA 4.0: https://url.avalonstreasury.de/c40
Kurzfassung: https://url.avalonstreasury.de/c40k

