Während der Latènezeit erreichte die keltische Kunst ihren Höhepunkt und es wurden komplizierte, ineinander verschlungene Muster aus geometrischen Figuren und Tier- und Menschendarstellungen abgebildet
Während die Kelten in der vorhergehenden Hallstattzeit vor allem geometrische Figuren wir z.B. Spiralen darstellten, waren in der Latènezeit Menschen, Tiere, Pflanzen und Mischwesen die wichtigsten Darstellungsobjekte. Die Vorbilder für die dargestellten Pflanzen und Fabelwesen stammten dabei eindeutig aus dem etruskischen und griechischen Raum, wobei die Darstellungen schnell an den keltischen Geschmack angepasst wurden. Menschen wurden oft mit großen, hervortretenden Augen abgebildet oder es wurden überhaupt nur Köpfe oder Masken dargestellt. Die Körper der Menschen, Tiere und Pflanzen wurden dabei zu kunstvollen Figuren ineinander verschlungen, wobei freie Stellen in der Abbildung mit runden und tropfenartigen Formen ausgefüllt werden. Dieser Motivaufbau wird auch horror vacui (Angst vor leerem Raum) genannt, da keine Stellen auf dem Schmuckstück frei blieben. Die Hals- und Armreifen, Schwertgriffe und Fibeln wurden aus Bronze und seltener aus Gold gefertigt, außerdem wurden Korallenstücke, Bernstein und rotes Emaille verarbeitet, um farbige Akzente zu setzen.
Neben der Abbildung von Lebewesen wurden auch weiterhin geometrische Muster verwendet, die allerdings höchst kompliziert waren und oft mit dem Zirkel konstruiert wurden. Beim Rankenstil wurden diese Muster aus Spiralen, Schleifen und Scheiben durch rankenartige Strukturen verbunden, auch Triskelen und S-Spiralen wurden in die Muster eingearbeitet.
Am Ende der Latènezeit verschwanden die aufwendigen, verschlungenen Muster und es wurden dann statt dessen vor allem einzelne Tiere wie Eber, Hirsche, Rinder oder Pferde und menschliche Köpfe abgebildet.
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