Für unsere Vorfahren und Ahnen war der Wandel von Sonne und Mond, der Wandel der Kräfte in der Natur und im Kosmos eingebunden in den Jahreskreis. Alles lebt, wächst und wandelt sich nach den kosmischen Gesetzen dieses Jahreskreises. Und ein Verständnis dieser Kreisläufe bringt auch zugleich ein Verständnis für das Lebens schlechthin, Alles und vor allem man selber war darin eingebunden und hatte seinen Platz.
Gerade die Kelten hatten eine unglaublich vielschichtige Kultur und Religion, die sehr oft regional verschieden war. Auch ihre Jahreskreisfeste und der keltische Kalender sind von diesen Unterschieden geprägt. Es gab in der tausendjährigen Geschichte der Kelten und in der vieltausendjährigen Geschichte der Kulturen davor viele unterschiedliche Systeme der Zeiteinteilung. Und je nachdem wurden auch die Feste an unterschiedlichen Fixpunkten festgemacht. Bei den Kelten entstanden diese Feste aus ihrem Eingebundensein in ihr Lebensumfeld, in den Kosmos und die Natur. Sie beobachteten die Sonne und ihren Lauf, sahen wann sie zu einem bestimmten Zeitpunkt jedes Jahr aufs Neue an der selben Stelle aufging, oder auf eine bestimmte Stelle schien, und daran erkannten die den Zeitpunkt ihres Festes.
Die Zeit der Kelten war dehnbar, sie konnte sowohl schnell vergehen oder auch lange verweilen. Dieses Element kommt auch in ihren Sagen von der Anderswelt vor, wo ein Tag oder eine Nacht Jahre dauern können.
Wir wissen, dass die Kelten die Zeit als Kreis innerhalb von Kreisen empfanden. Innerhalb des Jahreskreises kreisen die Monatskreise, in denen widerum die Tageskreise und dann die Stundenkreise kreisen. Wir wissen auch, dass der Jahreskreis in eine dunkle und in eine helle Seite eingeteilt war, die Jahres-Nacht und der Jahres-Tag.
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