Integrale Spiritualität ist Achtsamkeit in allen Dimensionen des Lebens, die das Individuelle und Personale übersteigt und als gestaltender Hintergrund im Leben des Einzelnen präsent ist. Sie übersteigt das Individuelle und Persönliche und schließt es gleichzeitig mit ein. Ihr Ziel ist die Erfahrung transpersonaler Bewusstseinsräume, die im Alltag als tragende Grundlage des gesamten Lebens wirksam werden.
Spiritualität ist eine Dimension des Menschseins, die zusammen mit Körper, Psyche und Intellekt das Leben wesentlich bestimmt. Sie ist in allen Menschen als Potenz angelegt und kann durch Übung von Schweigen, Hingabe und Liebe entfaltet werden.
Spiritualität ist integral, weil sie die anderen Dimensionen des Menschen, nämlich Körper, Psyche und Intellekt mit einschließt. "Integrale Spiritualität" ist eigentlich selbstverständlich. Eine "nicht-integrale Spirtualität" wäre ein Widerspruch in sich. Spiritualität soll Einheit erfahrbar machen, sie lebt aus dieser ganzheitlichen Sicht in allen Bereichen des Lebens und erkennt immer mehr die Ordnungen, die sich aus der non-dualen Sicht der Wirklichkeit ergibt.
Spiritualität kann überkonfessionell sein. Sie lässt sich aber auch innerhalb eines Bekenntnisses leben. Spiritualität wird diese Konfession als einen möglichen Ausdruck interpretieren. Daneben können andere Formen ebenso bestehen.
Spiritualität ist qualitativ etwas anderes als Psychologie oder Psychotherapie. Sie schließt - als eine integrale Dimension - die psychische Ebene des Menschen aber mit ein. Sie möchte den Ich-Bereich durchlässiger machen. Es geht in der Spiritualität sowohl um das Transzendieren des Egos, als auch um seine Einbettung in umfassendere Bewusstseinsräume.
Spiritualität zielt letztlich auf die Erfahrung der Non-Dualität des Seins. Sie bringt Sinn, Verbundenheit und Gemeinschaft, wobei der "Bezugspunkt" werder im persönlichen Ich noch im persönlichen Du liegt, sondern in jener Dimension, die beide mit einschließt. Daraus erwachsen auch ethische Kräfte für die Bewältigung des Lebens und für ein plurales Zusammenleben.
Sie schafft eine Bewusstsein für moralische Werte, die in die Erziehung einfließen und für demokratisches Handeln in unserer Gesellschaft unentbehrlich sind.
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